Verbraucheränderungen zum 1. Juli

Mit Beginn des zweiten Halbjahres erhalten viele Rentner und Arbeitslose wieder mehr Geld. Im Folgenden ein Überblick über das was sich zum 1. Juli 2009 alles geändert hat. Angefangen bei einer neuen Kfz-Steuer bis hin zu Telefonaten mit dem Handy ins Ausland.

EINLAGENSICHERUNG
Vor dem 1. Juli: Sparguthaben waren gesetzlich nur bis 20.000 Euro versichert.
Seit dem 1. Juli: Sparguthaben kann bis zu 50.000 Euro sein. Der Selbstbehalt von zehn Prozent ist abgeschafft worden.
Effekt: Eine schnellere Auszahlung

ENERGIEAUSWEIS
Vor dem 1. Juli: Nicht-Wohngebäude brauchten keinen Energieausweis. Es gab nur eine Pflicht für Wohngebäude.
Seit dem 1. Juli: Nicht-Wohngebäude, wie Büroimmobilien oder Behördensitze, müssen einen Energieausweis haben

HANDY-AUSLANDSTARIFE
Vor dem 1. Juli: Handy-Auslandstarife unterschieden sich von Anbieter zu Anbieter und waren um einiges höher.
Seit dem 1. Juli: Rund 51 Cent pro Minute kostet ein Anruf vom deutschen Handy im Ausland. Für eine SMS bezahlt man etwa 13 Cent. Anrufannahme soll nur noch bis zu 22,6 Cent kosten und Internetsurfen wird auch billiger.

HANDY-NOTRUFE
Vor dem 1. Juli: Handys ohne SIM-Karte konnten trotzdem Notruf absetzen. Jedoch wurde dies häufig missbraucht.
Seit dem 1. Juli: Um einen Notruf (Polizei oder Feuerwehr) abzusetzen braucht ein Handy mit funktionierender SIM-Karte.

HARTZ IV
Vor dem 1. Juli: Der Regelsatz betrug 351 Euro pro Monat.
Seit dem 1. Juli: Der Regelsatz wurde um 8 Euro auf 359 Euro im Monat erhöht. Davon profitieren Bezieher von Grundsicherung im Alter bzw. Sozialhilfe.

HAUSARZTMODELL

Vor dem 1. Juli: Die gesetzlichen Krankenkassen stand frei den Versicherten ein Hausarztmodell anzubieten oder nicht.
Seit dem 1. Juli: Alle gesetzlichen Krankenkassen müssen nun ein Hausarztmodell anbieten. Die Versicherten verpflichten sich damit im Fall eines Arztbesuches zuerst zum Hausarzt zu gehen. Dafür kann ihnen beispielsweise die Praxisgebühr erlassen werden.

HOTLINES
Vor dem 1. Juli: Eine Angabe der Kosten für Handys beim Anruf Telefon-Hotline (0180) musste nicht gemacht werden.
Seit dem 1. Juli: Künftig müssen die Kosten bei einer Vorwahl von 0180 auch für Handys angegeben werden. Des Weiteren gibt es eine Grenze bei der Minutenabrechnung (nicht mehr als 28 Cent) bzw. beim Anruf (40 Cent pro Anruf).

KFZ-STEUER

Vor dem 1. Juli: Die Kfz-Steuer richtete sich nach der Größe des Hubraums.
Seit dem 1. Juli: Die Kfz-Steuer richtet sich nun nicht mehr allein nach der Größe des Hubraums. Berücksichtigt wird auch der CO2-Ausstoß des Autos, dem Spritverbrauch. Dies gilt aber nur für Autos die ab dem 1. Juli neu zugelassen werden.

KRANKENVERSICHERUNG
Vor dem 1. Juli: Der Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung betrug 15,5 Prozent.
Seit dem 1. Juli: Der neue einheitliche Beitragssatz sinkt auf 14,9 Prozent. Dafür wird der Steuerzuschuss des Gesundheitsfonds erhöht.

KURZARBEITERGELD
Vor dem 1. Juli: Die Bundesagentur für Arbeit zahlte weniger als 24 Monate Kurzarbeitergeld.
Seit dem 1. Juli: Die Bundesagentur für Arbeit zahlt nun bis zu 24 Monate Kurzarbeitergeld. Ferner übernimmt sie ab dem siebten Monat auch die kompletten Sozialversicherungsbeiträge für die Kurzarbeiter.

MEISTER-BAFÖG

Vor dem 1. Juli: Meister-Bafög wird nur in bestimmten Fortbildungsrichtungen gefördert.
Seit dem 1. Juli: Die Förderung von Meister-Bafög wird auf die Fortbildungsbereiche Erzieher, Altenpfleger und Existenzgründer verstärkt ausgeweitet. Es findet eine Darlehnsteilerlassung bei erfolgreichem Abschluss statt.

RENTE
Vor dem 1. Juli: Geringe Rentenbeträge.
Seit dem 1. Juli: Etwa 20 Millionen Rentner aus Deutschland erhalten mehr Geld. Die Altersbezüge im Westen steigen um 2,41 Prozent. Im Osten sogar um 3,38 Prozent. Solch einen hohen Anstieg gabe es letztmals vor zehn Jahren.

TELEFONVERTRÄGE
Vor dem 1. Juli: Telefonkunden mussten der Preselection nicht schriftlich zustimmen, was es den Anbietern leichter machte, den Kunden Verträge unterzuschieben.
Seit dem 1. Juli: Telefonkunden müssen künftig Preselection schriftlich zustimmen. Preselection ist die automatische Vorauswahl eines Telefonanbieters.

Quelle: AFP

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