Das Dilemma mit der Altersvorsorge
23. April 2009 von vorsorger
Kategorie Altersvorsorge
Die Finanzkrise hat es zu Tage gefördert – die Rentenlücke wird immer größer und es wird immer schwerer diese Altersvorsorge-Lücke zu schließen. Noch vor der Finanzkrise war die Erwartung, dass sich die Lücke zwischen Lebenstandard und staatlicher Rente später durch die zu Hilfenahme von privater Vorsorge leicht schließen lässt. Nun ist es jedoch amtlich und die Vorsorger bekommen es schwarz auf weiß: Verbraucher die auf eine Altersvorsorge in Form einer Fond-Lebensversicherung gesetzt haben bekommen in den letzten Tagen oft Post ihrer Versicherung: Hohe Verluste – die Ernüchterung ist groß!
Nicht nur die Privatversicherten trifft es hier, auch die vielen Riester-Rentner können anstelle von guten Erträgen nun nur noch eine Null-Rendite erwarten. Viele Selbstständige Rürup-Anleger müssen auch sehen, dass sie erst im Alter das heraus bekommen, was sie eingezahlt haben.
Studie – private Rentenversicherung lohnt sich immer weniger
Eine aktuelle Studie zum Thema private Rentenversicherung vergleicht 80 Anbieter von Produkten zum Thema Rentenversicherung und Altersvorsorge. Der sog. MAP-Report präsentiert Ergebnisse von Unternehmen die Vorsorgern eine lebenslange Rente garantieren (Garantiebetrag) plus einem Überschussanteil der zustande kommen kann. Hierbei kann das Kapital entweder monatlich eingezahlt bzw. gespart werden oder in einer großen, einmaligen Zahlung bereitgestellt werden.
Der MAPs-Report kommt zu dem Ergebnis, das Menschen mit privaten Rentenversicherungen nun aufgrund der aktuellen Niedrigzinsen mit sinkenden monatlichen Rentenzahlungen zu rechnen haben. Auch die steigende Lebenserwartung sorgt für fallende Auszahlbeträge. Konsequenz für die Verbraucher: Es muss deutlich mehr eingezahlt werden. Manfred Poweleit, Autor des MAP-Reports: “Unsere Analyse zeigt, welche Folgen die Finanzkrise für die private Vorsorge hat.”
Poweleit hat ein Beispiel berechnet. Zugrunde liegt ein Angestellter, 64 Jahre alt, Nichtraucher, welcher einmalig 50.000 Euro in eine private Rentenvorsorge einzahlt. Für diesen Fall wurde eine Rentenversicherung gewählt, welche mit einer Rentengarantie über 10 Jahre ausgestattet ist. Die Garantie bedeutet, dass die Zahlungen auch dann erfolgen, wenn der Versicherungsinhaber vorzeitig ableben sollte. Der fiktive Vertrag wurde zur Jahrtausendwende angeschlossen – Anfangs bekommt der Muster-Angestellte noch durchschnittlich 330 Euro Rente pro Monat – aktuell würde der Versicherungsnehmer nur noch ca. 290 Euro monatlich ausgezahlt bekommen.
Vorsorge gestern und heute – Kostenexplosion um über 100%
Rechnet man die Ansparanforderung von gestern und heute gegeneinander, kommt man zu einem fast schockierendem Ergebnis: Lag der Durchschnittszins jahrelang bei 6,6%, reichten 44 Euro über 40 Jahre um auf einen Rentenbetrag von insges. 100.000 Euro zu kommen. Aktuell liegt der Durchschnittszins bei 3,1% – das bedeutet eine monatliche Zahlung von bereits 106 Euro, wenn man in 40 Jahren auf das gleiche Ansparvolumen kommen möchte – dies ist eine satte Steigerung von 141%!
Das Dilemma mit der Vorsorge wird der Endverbraucher also nicht so ohne Weiteres lösen können. Der Großteil der Rentenvorsorge-Produkte sind nach den Maßstäben der “alten” Finanzwelt konzipiert – zu einer Zeit als Aktien auf die Zeit noch 8% – 10% p.a. abgeworfen haben und Anleihen mit 4%-5% daherkamen. Die Schwankungen auf dem aktuellen Finanzmarkt sind derzeit so groß, dass sich Renditegarantie nicht mehr zu vertretbaren Kosten anbieten lassen.
Schlägt man dieser Tage Zeitungen auf, springen einem die Schreckensmeldungen meist direkt ins Gesicht – es ist also nicht absehbar, wie sich der Rentenvorsorgemarkt verhalten wird. Momentan heisst es abwarten, bis das Konjunkturpaket I und II endlich seine Wirkung entfaltet…
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