Die Riester-Rente: Erfolgskurs und Wirtschaftskrisenfolgen

23. März 2009 von vorsorger  
Kategorie Altersvorsorge

riester-rente-copy12 Millionen Anleger haben sich mittlerweile für die Riester-Rente entschieden. Damit ist das vom Staat geförderte Modell zur Privaten Rentenvorsorge das erfolgreichste seiner Art.
2,2 Millionen neue Verträge wurden im Jahr 2008 abgeschlossen. Davon – trotz Finanzkrise – alleine 700.000 im letzten Quartal 2008.
Und obwohl das Riester-Modell nach wie vor sehr beliebt ist, gibt es nun erste Meldungen in Tageszeitungen, in denen von einer Verschlechterung der Rendite die Rede ist.

Wer nämlich seine Riester Anlage in Aktienfondanteile angelegt hat, der hat derzeit durch die schwierige Lage an der Börse mit Verlusten in der Rendite zu rechnen. Die Frage ist, was sollte man tun? Soll man wechseln oder alles beim Alten lassen?
In der Abendzeitung stand online eine verständliche knappe Zusammenfassung der Fragen:

„Wie sicher ist mein Geld?

Wer einen Riester-Vertrag hat, muss sich eigentlich ums Ersparte nicht sorgen. Hält man den Vertrag bis zum Rentenbeginn durch, greift die „Nominalwertgarantie” Das heißt: Egal, wie schlecht es an den Kapitalmärkten läuft – man bekommt mindestens die eingezahlten Beiträge plus staatliche Zulagen raus. „Die Zulagen garantieren sogar eine Mindestrendite”, sagt Merten Larisch, Altersvorsorge-Experte bei der Verbraucherzentrale Bayern. Wer 20 Jahre in einen Riester-Vertrag einzahlt, hat durch die Zulagen eine Rendite von zwei bis drei Prozent. „Das gleicht zumindest die Inflation aus”, so Larisch.

Was ist, wenn ich den Vertrag wechsle?

Dann ist die Nominalwertgarantie futsch. Kündigt Thomas W. seinen Vertrag, und überträgt er das Vermögen auf einen anderen Altersvorsorgevertrag, kriegt er nur die 2100 Euro. Riester-Sparer mit Aktienfonds sollten sich daher einen Wechsel gut überlegen. „Damit realisiert man die Verluste erst”, warnt Merten Larisch. Spart man dagegen weiter in Fonds, kauft man jetzt an der Börse günstig ein. „Ganz falsch wäre es, jetzt von Aktien in Zinspapiere umzusteigen”, meint der Experte.

Wann lohnt sich ein Wechsel dennoch?

„Wenn Sie einen teuren oder einen schlechten Riester-Vertrag haben”, sagt Merten Larisch. Teuer heißt: Die jährlichen Verwaltungskosten übersteigen zwei Prozent. Schlecht bedeutet: Der Sparplan hinkt bei der Rendite hinterher. Die Stiftung Warentest testet jährlich Riester-Fondssparpläne. Eine Übersicht gibt es im Internet: www.test.de (Suchwort „Riester-Fondssparpläne”). Ein Sonderfall ist die Uniprofi-Rente von Union Invest. Dort hat das Fondsmanagement in der Krise Aktienfonds in Rentenfonds umgeschichtet – und damit die Verluste realisiert. Experte Larisch rät Anlegern, die stärker auf Aktien setzen wollen, aus diesen Verträgen auszusteigen.

Wie funktioniert der Wechsel?

Zuerst sollten Sie den neuen Vertrag abschließen. Vertragsnummer und neuen Anbieter teilen Sie dem jetzigen Anbieter mit. Der überträgt die angesparten Beträge plus Zulagen auf den neuen Vertrag. Oft wird dafür eine Gebühr fällig. Kündigungsfrist für Altverträge: meist drei Monate.”

Ich werde auch auf jeden Fall erst mal zuhause mein Kleingedrucktes in meinem Riester-Vertrag lesen, soviel ist mal klar. Und dann bei meinem Versicherungsagenten nachfragen, ob ich da in irgendeiner Art und Weise tätig werden muss.

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