Steuern auf Renten
23. März 2006 von vorsorger
Kategorie Altersvorsorge
Als das Bundesverfassungsgericht 2002 beschloss, Renten zukünftig zu besteuern, ging ein Raunen durch die Rentnerschar. Dabei sind vor allem jüngere Menschen von den Reformen betroffen, voll besteuert werden nur die Renten der Leute, die ab 2040 aufhören zu arbeiten, also von allen, die heute um die 30 Jahre und jünger sind. Dafür können sie ihre Rentenbeiträge von der Steuer absetzten. Leider ist dies aber nicht sofort in voller Höhe möglich. Die Bundesregierung führt das Absetzen der Rentenbeiträge bis 2024 stufenweise ein. Das bedeutet, dass die Rentenbeiträge 2005 zu 24 Prozent von der Steuer absetzbar waren und jährlich dieser Betrag um vier Prozentpunkte ansteigt. Analog dazu steigt der steuerpflichtige Anteil der Rente. Für Menschen, die ab 2006 in Rente gehen, sind 52 Prozent der Rente steuerfrei. Dieser Betrag bleibt lebenslang gleich. Wer ab 2007 Rentner ist, wird 54 Prozent versteuern müssen. Jeder Jahrgang muss jeweils zwei Prozentpunkte mehr versteuern. Diese Angaben beziehen sich allerdings auf den Gesamtbetrag, der an die Rentenversicherung geht, also auf die Beiträge von Arbeitnehmer und Arbeitgeber.
Natürlich gibt es auch für Rentner Steuerfreibeträge, so dass sehr kleine Renten steuerfrei bleiben. Doch die neue Form der Besteuerung hat auch ihre Nachteile: Bisher konnten die Rentenbeiträge schon zu einem kleineren Teil von der Steuer abgesetzt werden. Für Geringverdiener machen also die neuen Steuerfreibeträge keinen Unterschied. Genauso sind Rentner benachteiligt, die zum Beispiel 2007 in Rente gehen und schon mehr als die Hälfte ihrer Rente versteuern müssen, obwohl sie dies schon für fast den gesamten Betrag, den sie während ihres Arbeitslebens eingezahlt haben, tun mussten. Da die Freibeträge schon für die gesetzlichen Renten verbraucht werden, erhöht sich die Steuerbelastung für Rentner mit Nebeneinkünften zum Beispiel aus Betriebskassen oder Mieteinnahmen. Das neue System scheint für Rentner keine Vorteile zu bringen. Einzig der Staat freut sich über mehr Steuern.
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