Das Problem Arbeitslosigkeit
31. Januar 2006 von vorsorger
Kategorie Vorsorge & Versicherung
Und wieder hat unser Land ein Problem: Die Zahl der Arbeitslosen ist auf über fünf Millionen gestiegen. Dabei hatten wir uns schon gefreut, weil der erwartete Anstieg der Erwerbslosen im Dezember ausblieb. Jetzt holt uns die Realität doch noch ein. Der Arbeitsmarkt entwickelt eine Dynamik, die einem den Atem raubt.
Heute habe ich mit einer Freundin telefoniert. Sie hat gerade ihre sechsmonatige Traineephase als Werbetexterin beendet und ihr Arbeitgeber, eine Agentur, hat sie in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen. Doch anders als ursprünglich verabredet muss sie ein halbes Jahr Probezeit bestehen. Dabei hatte die Agentur während der Traineephase genügend Zeit, die Qualitäten meiner Freundin schätzen zu lernen. Ihr Chef hat zugegeben, dass er das halbe Jahr Probezeit nur braucht, weil die Auftragslage so schwierig ist. Damit kommt meine Freundin insgesamt auf ein Jahr Probezeit, in dem sie kurzfristig kündbar ist. Andere Freunde von mir bekommen nur befristete Arbeitsplätze angeboten. Unter diesen Umständen ist es wichtig, zu wissen, wie ich mit geringem Einkommen überlebe.
Zunächst gibt es die gesetzliche Arbeitslosenversicherung. Jeder sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer und sein Arbeitgeber zahlen 6.5 Prozent des Bruttolohns ein. Die Höhe des Arbeitslosengeldes richtet sich nach dem zuvor erzielten Nettoeinkommen. Ein Arbeitsloser kann etwa 60 Prozent, wenn er Kinder hat, 67 Prozent seines durchschnittlichen Nettolohns erwarten. Das kann aber zu wenig sein, um laufende Kredite für ein Auto oder eine Wohnung abbezahlen zu können. Kann ich in so schwierigen Zeiten überhaupt Immobilien kaufen, ohne meine Existenz bei Arbeitslosigkeit zu gefährden?
Mittlerweile gibt es ein großes Angebot an privaten Arbeitslosenversicherungen. Entweder ich zahle einmalig eine Prämie oder laufende Abgaben. Was günstiger ist, richtet sich nach der Höhe eines Kredites. Oft bietet der Autohändler schon beim Kauf eines Wagens zusammen mit der Ratenzahlung eine Arbeitslosenversicherung an. Ich würde kaum eine Nacht ruhig schlafen, wenn ich eine Eigentumswohnung abbezahlen müsste und nicht wüsste, woher ich das Geld für die Raten nehmen sollte, wenn ich keine Arbeit habe. Mit viel Pech muss ich wegen drei Monaten Arbeitslosigkeit meine Wohnung völlig überstürzt verkaufen, obwohl ich nach kurzer Zeit wieder einen guten Job habe. Als meine Eltern vor bald dreißig Jahren ein Haus bauten, konnten sie sich noch auf ein sicheres Einkommen verlassen. Das kann ich leider nicht. Die einzige Möglichkeit, in guten Zeiten große Anschaffungen zu machen und trotzdem nicht jede Nacht vor Sorgen und Aufregung an der Bettdecke knabbern zu müssen, sehen ich darin, eine private Arbeitslosenrente abzuschließen.
