Deutsche sind immer noch Gesundheitsvorsorge-Muffel

vorsorgemuffelBei den Männern ist Prostatakrebs die häufigste bösartige Tumorerkrankung. Jedes Jahr gibt es 58.000 Neuerkrankungen in Deutschland und etwa 11.000 sterben an Prostatakrebs.
Dabei kann ein sogenanntes PSA Screening die an Prostatakrebs gestorbenen Männer von jährlich ca. 11.000 um ungefähr 1/5 senken.
Was genau das ist ein PSA-Screening? Dabei wird im Rahmen eines Bluttestes ein prostataspezifisches Antigen (PSA) bestimmt. Es piekst also nur mal eben kurz, sei hiermit allen Männern versichert.
Da gibt es nur 2 Haken an der Sache: dazu muss „Mann” sich erst mal zur Krebsvorsorge bequemen und dann noch dem PSA Test zustimmen. Dieser muss im Rahmen der IGEL-Leistungen selber bezahlt werden, aber die Kosten sind mit 15 bis 40 Euro völlig überschaubar.
Die Regelleistungen bei Krebsvorsorgetests bei Männern sehen nur ab dem 45. Lebensjahr einmal jährlich eine Tastuntersuchung. Ein PSA Screening könnte die Sterblichkeitsrate um ungefähr 20% senken, so schätzen Experten.
Bei Frauen ist eine der häufigsten bösartige Krebsarten der Gebärmutterhalskrebs.
Seit der Einführung der Gebärmutterhalskrebsimpfung bei Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren vor 2 Jahren hat sich die Impfmoral als erfreulich positiv gezeigt. Bereits über die Hälfte aller 15 -bis 17-jährigen Mädchen seien geimpft worden, bei den 12- bis 14-jährigen läge die Quote bei 39 Prozent.
Seit dem Frühjahr 2007 können sich junge Mädchen gegen die besonders gefährlichen Typen von Warzenviren auf Kosten der Krankenkassen impfen lassen, diese Virenarten sind die häufigste Ursache von Gebärmutterhalskarzinomen.
Überhaupt ist die Vorsorgemoral bei den Frauen insgesamt besser als bei den Männern. Was daran liegen mag, dass die Krebsvorsorgeuntersuchungen bei den Frauen in einem wesentlich jüngeren Alter von den Krankenkassen übernommen werden (ab dem 20. Lebensjahr einmal jährlich), bei den Männern dagegen wesentlich später (ab dem 45. Lebensjahr).
Überhaupt sind die Frauen da wahrscheinlich weniger scheu, wenn es um Vorsorgeleistungen beim Arzt geht.

Bild: © by Jutta Anger / Pixelio