Vorsorge: Die Riester-Rente

9. März 2006 von vorsorger  
Kategorie Altersvorsorge

Weil die gesetzliche Rentenversicherung nicht mehr für den Lebensunterhalt im Alter ausreicht, entschloss sich der Staat, private Vorsorge zu subventionieren. Die Riester-Rente, benannt nach dem Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung, Walter Riester, gibt es seit Anfang 2002. Die Einzahlungen geschehen auf freiwilliger Basis und werden vom Staat bezuschusst. Diese Zulagen gibt es allerdings nur für kapitalgedeckte private oder betriebliche Versicherungen, Sparpläne oder Fonds, die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht zertifiziert wurden. Diese Versicherungen garantieren eine lebenslange Auszahlung ab dem 65. Lebensjahr und sind darüber hinaus sicher vor Ansprüchen anderer. So muss sich niemand sein angespartes Geld aus der Riester-Rente auszahlen lassen, bevor er Hartz IV in Anspruch nehmen kann. Das besondere an dieser Rente ist, dass auch Menschen, die keine rentenversicherungspflichtige Tätigkeit ausüben, einzahlen können.
Wer sich einen Überblick über staatliche Zulagen und Förderungen verschaffen will, muss einer Herausforderung entgegentreten: Das System kennt eine Vielzahl von Regeln und wiederum Ausnahmen von diesen Regeln. In jedem Fall lohnt sich die Riester-Rente für Menschen mit geringem rentenversicherungspflichtigen Einkommen und vielen Kindern. Für den Nachwuchs gibt es extra Zulagen. Die so genannten Altersvorsorgezulagen fließen direkt an die Versicherungs- oder Fondsanbieter. Außerdem muss derjenige, der die Riester Rente in Anspruch nehmen will, der völligen Steuerpflicht in Deutschland unterliegen, denn der Staat räumt den Versicherten eine Steuervergünstigung ein. Ein Wegzug ins Ausland ist nur vorübergehen möglich, nicht für immer. Wer vor Eintritt ins Rentenalter nicht nach Deutschland zurückkehrt, muss dem Staat diese Beträge erstatten.
Die meisten nehmen das Angebot der Riester-Rente nur zögernd an. Das liegt zum einen daran, dass es schwierig ist, dass System zu durchschauen. Andererseits unterliegt die Prognose, wie günstig diese Anlageform ist, vielen Umständen, die sich heute noch nicht voraussagen lassen.

Vorsorge: Die gesetzliche Rente

5. März 2006 von vorsorger  
Kategorie Altersvorsorge

Seit über 100 Jahren gibt es die Rente in Deutschland. Sie hat in ihrer langen Geschichte Veränderungen erlebt. Ab 1889 verpflichtete das Invaliditäts- und Altersversicherungsgesetz des Reichstages alle Arbeiter, bis zum 70. Lebensjahr in die Rentenkasse einzuzahlen. 1,7 Prozent des Lohns trugen je zur Hälfte Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Wer das seltene Glück hatte, seinen 70. Geburtstag zu erleben, konnte sich auf etwa 11 Mark im Monat freuen. Auch damals reichte dies bei weitem nicht für den Lebensunterhalt aus. Im Zweiten Weltkrieg senkte die Regierung das Rentenalter auf 65 Jahre. Unser heutiges Rentensystem verdanken wir zum größten Teil der Rentenreform von 1957. Erst zu diesem Zeitpunkt wandelte sich die Rente von der kleinen Unterstützung zur Sicherung der Lebensgrundlage. In den kinderreichen 50er Jahren kam der Generationenvertrag zustande. Anstelle des Kapitaldeckungsverfahrens trat das Umlageverfahren. Das bedeutete, dass nicht mehr jeder Rentenzahler seine Beiträge für sich selbst ansparte, sondern, dass heute die junge Generation für den Lebensbedarf der Älteren aufkommt. So konnten die Bezüge endlich den steigenden Lebenshaltungskosten angepasst werden und die bis dahin weit verbreitete Alterarmut nahm ab.

Das Rentensystem der Adenauer-Regierung beruht auf der Annahme, dass sich Einnahmen und Ausgaben der Rentenkasse im Gleichgewicht halten. Dieses System ist allerdings sensibel und anfällig. Die zunehmende Kinderlosigkeit führt dazu, dass immer mehr Junge für die wachsende Gruppe der Alten bezahlen muss. Für den Einzelnen erwies sich der Verzicht auf Nachwuchs in Bezug zur Altersicherung als Vorteil. Wer keine Kinder erzieht, investiert mehr Zeit in Ausbildung und Gelderwerb und hat später eine höhere Rente. Hinzu kommt, dass die Einnahmen der Rentenkasse durch Arbeitslosigkeit und den vorgezogenen Ruhestand sinken. Die Ausgaben steigen durch die höhere Lebenserwartung. Erlebte vor 100 Jahren kaum jemand seinen 65. Geburtstag, gibt es heute schon viele 90 oder 100-Jährige, die 30 bis 40 Jahre lang von ihrer Rente leben müssen. Die junge Generation kann sich nicht länger auf eine gesetzliche Altersversorgung verlassen – jetzt ist Eigeninitiative gefragt.

Schock mit 67

25. Februar 2006 von vorsorger  
Kategorie Altersvorsorge

Wie ich schon angekündigt habe, werde ich meinen Ruhestand in Abu Dhabi verbringen. Dort sitze ich dann in meinem Traumgarten, der mein Traumhaus umgibt und über mir wedeln die Palmen im Wind. Wenn ich schon erst mit 67 meine Rente einsacken darf, soll es dann umso schöner werden. Dann werde ich mir das graue Haar ondulieren, das Gebiss zurechtrücken und bestockt zur Raveparty gehen. Der Online-Rentenschätzer des Deutschen Instituts für Altersvorsorge verdirbt mir ein wenig die Vorfreude. Zwar ist mein letztes Einkommen vor Renteneintritt ganz ordentlich, aber die spätere Rente reicht noch nicht einmal für einen Kurztrip nach Oer Erkenschwick. Nichts gegen diese wunderschöne Stadt, trotzdem würde ich mir gern die südlichere Sonne auf den Rentnerbauch scheinen lassen. Ich sehe nur zwei Lösungswege aus diesem Problem: Ich muss etwa fünfzehn Kinder in die Welt setzen, die mich später mit allen Kräften durchfüttern oder (weil Kinder ungern als Altersvorsorge dienen) ich muss selbst das Geld herbei schaffen.
Heute bestreiten Rentnerhaushalte ihre Einkünfte zu 71 Prozent aus der gesetzlichen Rentenkasse. Ich werde meinen Lebensunterhalt vielleicht noch zu 30 Prozent daraus finanzieren können. Der Rest muss anderswo her. Mit einer betrieblichen Altersvorsorge rechne ich besser gar nicht. Bleibt also nur die Möglichkeit, Geld fürs Alter zu sparen. Dazu könnte ich zunächst zum bewährten Klassiker greifen: Ich spare. Immerhin legen deutsche Haushalte im Schnitt monatlich 321 Euro zur Seite. Das ist nicht schlecht. Aber werde ich je so ein hohes und sicheres Einkommen haben, wie es heute oft noch üblich ist? In jedem Fall sollte ich mein Geld so anlegen, dass die Inflation nicht allzu große Löcher knabbern kann. Am liebsten befolge ich den Rat des Börsengenies André Kostolany: „Kaufen Sie sich Aktien und legen Sie sich 100 Jahre schlafen.” Ganz so lange möchte ich nicht warten, aber mir ist schon recht, wenn mein Geld nicht allzu häufig bewegt werden müsste. Ich will nicht auf der Straße stehen und in mein Handy brüllen „verkaufen, alles verkaufen”, sobald irgendwo auf der Welt die Aktienmärkte beginnen, zu schwanken. Also werde ich einen weiteren Rat Kostolanys befolgen und das Risiko streuen. Habe ich mit irgendeiner Anlageform weniger Glück, fange ich die Verluste mit einer anderen auf.

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